Bistum Fulda
Pontifikalamt zum Jahresschluss
Silvestergottesdienst mit Bischof Algermissen im Fuldaer Dom
 

Neuaufbruch in der Kirche

Silvestergottesdienst mit Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez im vollbesetzten Fuldaer Dom

Fulda (bpf). „Sich neu auf den Weg machen – das kann nur, wer ein Ziel vor Augen hat. Alles andere wäre ein Kreisen um sich selbst und ein Suchen nach Orientierung. Unser Ziel steht fest: Es ist der Weg mit und zu Jesus Christus, dem Messias.“ Dies stellte der Diözesanadministrator des Bistums Fulda, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, am Montagabend in Fulda heraus. In seiner Predigt im Pontifikalamt zum Jahresschluss hob Diez im vollbesetzten Dom hervor, dass derjenige, der sich an Jesus festmache und mit ihm verbinde, sich bereits im Aufbruch zum großen Ziel des irdischen Lebens, dem „Leben in der Gemeinschaft mit Gott“, befinde. Das Wort „Neuaufbruch“ habe man im Jahr 2018 besonders auch in der Kirche gehört. Für die Kirche sei ein Neuaufbruch im Sinne einer Neuausrichtung am Evangelium „immer vonnöten und heilsam“, so der Weihbischof.

 

Hilfe für Missbrauchsoper muss Vorrang haben

Der Diözesanadministrator kam auch auf die Dunkelheiten des zu Ende gehenden Jahres zu sprechen, insbesondere die Veröffentlichung der Inhalte der sogenannten MHG-Studie, der wissenschaftlichen Untersuchung zum sexuellen Missbrauch. Diese habe wissenschaftlich dargelegt, was man seit spätestens dem Jahr 2010 schon wusste. „Es bleiben Scham und Entsetzen über das, was jungen Menschen in unserer Kirche angetan wurde. Es bleiben Schuld und ein immenser Vertrauensverlust. Mit diesen Gefühlen, auch mit den berechtigten Vorwürfen, aber auch mit bitterer Häme mussten und müssen wir uns auseinandersetzen. Wir stellen uns der Schuld, wir müssen und möchten stellvertretend Verantwortung übernehmen.“ In den vergangenen Jahren sei viel aufgearbeitet, Recht geschaffen und Recht gesprochen worden. Auf diesem Fundament müsse man in Demut weitergehen. „Dabei richtet sich unsere Hilfe, unsere Aufmerksamkeit an die Opfer des Missbrauchs. Sie stehen im Mittelpunkt; viel zu lange wurden sie nicht gehört, einfach in ihrer brutalen Not übersehen“, unterstrich Weihbischof Diez.

 

Neuaufbruch in der Diözese mit neugewähltem Oberhirten

Diez erinnerte in seiner Predigt an den plötzlichen Tod von Pfarrer Ulrich Schäfer von Somborn im Alter von nur 50 Jahren und an den Heimgang von Weihbischof Johannes Kapp. Dann kam er auf den Neuaufbruch zu sprechen, der mit dem Wechsel der Bistumsleitung in der Diözese stattfinde. Im Sommer wurde Bischof em. Heinz Josef Algermissen, der in dem Gottesdienst mit Weihbischof Diez konzelebrierte, nach 17 Jahren im Amt als Oberhirte verabschiedet. Der Diözesanadministrator sprach ihm seinen Dank aus und gab seiner Freude Ausdruck, dass Algermissen weiterhin in Fulda wohnen bleibe. Ein neues Kapitel der Diözesangeschichte beginne nun mit dem neugewählten Bischof Dr. Michael Gerber aus Freiburg. „Wir heißen ihn herzlich in unserer Mitte willkommen. Am 31. März wird er offiziell in sein Amt eingeführt und seinen Lebens- und Glaubensmittelpunkt hier mit uns gemeinsam in Fulda haben. Wir sind gespannt auf ihn, auf seine Schwerpunktsetzung in der Pastoral, auf ihn als Hirten, als Priester, als Mitbruder und Mensch.“ Sein Brief am Tag seiner Ernennung an die Gläubigen im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg habe die Menschen freudig erwartungsvoll gestimmt, ebenso wie seine erste Begegnung mit den Gläubigen kurz vor Weihnachten im Fuldaer Dom. Diözesanadministrator Weihbischof Diez rief zum Gebet für den neuen Bischof auf und betonte, die Diözese wolle ihn mit aller Sympathie und Loyalität unterstützen und in geschwisterlicher Gemeinschaft mit ihm den Weg in die Zukunft gehen.

 

Neuaufbruch in der Verkündigung des Evangeliums

Einen Neuaufbruch wolle man im Bistum Fulda mit dem Schwerpunkt der Glaubensvermittlung und der Verkündigung des Evangeliums angehen, fuhr Diez fort. „Jesus Christus soll und muss bei den Menschen eine neue, echte Kontur bekommen.“ Ein jeder Christ müsse sich fragen, was ihm sein Christsein bedeute und wer Jesus Christus für sei. Petrus habe Jesus als den Sohn des lebendigen Gottes erkannt. Gott habe ihn auserwählt als Petrus, den Felsen, auf den er seine Kirche bauen möchte. Simon Petrus, ein einfacher Fischer, werde zum Fundament der Kirche. In Petrus, der den Herrn dreimal verleugnet habe, vereinige sich alles: Treue und Verrat, Hingabe, Angst und Temperament. „Dieser Petrus erhält große Vollmacht. Jesus drückt das ganz bildhaft aus mit dem Wort von dem Schlüssel des Himmelreiches. Eine große Verantwortung, eine Schlüsselstellung in der Kirche bürdet er ihm auf. Aber mit der Verantwortung kommen Kraft und Trost durch den Beistand des Heiligen Geistes: und so werden auch die Pforten der Unterwelt diese Kirche nicht überwältigen.“ Diese Verheißung helfe ihm selbst immer wieder in den Krisenzeiten der Kirche, bekannte Weihbischof Diez. Trotz allen Versagens, aller Schuld und – mit dem Blick auf die weltweite Christenverfolgung – trotz aller Bedrängnisse und allen Kampfes werde die Kirche nicht untergehen. „Sie ist auf Fels gebaut, weil es letztlich Gott selbst ist, der sie ins Dasein gerufen hat. Er verlässt sich dabei auf ganz normale Menschen wie den Fischer Simon Petrus aus Kapharnaum.“ Wo sich Menschen zu Christus bekennen, geschehe eine innere und äußere Verwandlung. „Dann dürfen wir allen Neuaufbrüchen vertrauen, weil Gott sie mit uns geht“, so der Diözesanadministrator.

 

 

31.12.2018


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